Mit Herz und Leidenschaft
Unsere Expert:innen für Bindung, Erziehung und Entwicklung
Entdecke auf unserem Kongress die faszinierende Welt von Bindung, Erziehung und Kinderentwicklung! Unsere handverlesenen Expert:innen – führende Köpfe aus Wissenschaft, Pädagogik und Therapie – teilen mit dir ihre wertvollsten Erkenntnisse und Erfahrungen. Sie bringen frische Perspektiven, regen zum Nachdenken an und bieten praktische Ansätze, die du direkt umsetzen kannst.
Freu dich auf inspirierende Vorträge, die dein Verständnis erweitern, und interaktive Sessions, die zum Austausch einladen. Dies ist deine Chance, Teil einer leidenschaftlichen Gemeinschaft zu werden, die sich für das Wohl und die Entwicklung unserer Kinder stark macht. Lass dich begeistern und werde Teil der Bewegung, die die Zukunft unserer Kinder positiv gestaltet. Wir freuen uns auf dich!
Unsere Referent:innen 2027
Aufzeichnungen gratis!
Du wirst dich immer zwischen zwei Vorträgen entscheiden müssen, aber du bekommst alle Vorträge im Anschluss von uns kostenlos als Stream zur Verfügung gestellt.
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Alexandra Zykunov
„Die Tochter will nur noch mit Barbies spielen, die aussehen wie vom Beauty-Doc designt. Der Sohn träumt davon, wie sein Fußballidol zu werden – dem nur leider Gewalt gegen Frauen vorgeworfen wird. Oder gleich Gangsta-Rapper. Na ganz toll.
Willkommen im Alltag einer Familie, in der die Eltern klischeefrei erziehen wollen – aber die Realität dauernd dazwischenkommt: Was tun, wenn Mädchen schon in der Grundschule lernen, dass ihr Körper vor allem ein Problem ist? Und Jungs auf dem Schulhof neben TicTacs rechte TikToks herumreichen? Wie kommt man dagegen an?“
Der Vortrag wirft einen schonungslosen, herrlich wütenden und zugleich extrem entlastenden Blick auf den realen Erziehungswahnsinn. Er zeigt auf, warum Eltern nicht am eigenen Anspruch scheitern, sondern an den Strukturen – und wie wir handlungsfähig bleiben, wenn das Patriarchat mit voller Wucht ins Kinderzimmer kracht.
- Realitätscheck im Kinderzimmer: Warum die eigene feministische Haltung oft an Schönheitswahn, Schulhof-Sprüchen und Algorithmen zerschellt.
- Mädchen & Körperbilder: Was tun, wenn Töchter schon früh lernen, ihren Körper als Problemzone zu begreifen.
- Jungen & Männlichkeitsbilder: Wie wir Söhne begleiten, die zwischen fragwürdigen Vorbildern, rechten TikToks und Gangsta-Posen navigieren.
- Gegensteuern ohne Ohnmacht: Wie Eltern und Fachkräfte Haltung zeigen, Wut als Ressource nutzen und Kinder gegen Klischees stärken.
Ziel ist es, den Perfektionsdruck zu nehmen, Missstände ungeschönt beim Namen zu nennen und wirksame Strategien für einen wehrhaften Familienalltag zu entwickeln.
Alexandra Zykunov
Bestseller-Autorin | Journalistin | Speakerin
- Mehrfache SPIEGEL-Bestsellerautorin (u. a. „Wir sind doch alle längst gleichberechtigt!“, „Was weiße Männer nicht über Gleichberechtigung wissen wollen“ und „Aber patriarchale Kackscheiße darf man schon sagen, oder?“)
- Journalistin, Redakteurin und reichweitenstarke feministische Stimme zu Mental Load, Care-Arbeit und gesellschaftlichen Machtstrukturen
- Bekannt für ihre pointierte Verknüpfung von Fakten, Witz, Wut und ungeschönten Alltagsbeobachtungen
- Schwerpunkte: Feministische Erziehung im Härtetest, Gegenstrategien zu Rollenstereotypen und Empowerment von Eltern und Kindern im Patriarchat
Alu Kitzerow
Eine Krebsdiagnose trifft niemals nur einen einzelnen Menschen – sie erschüttert das gesamte Familiensystem von Grund auf. Wenn ein Elternteil schwer erkrankt, bricht der gewohnte Alltag über Nacht zusammen: Ängste, Ungewissheit, Ohnmacht und die ständige Frage, wie viel Wahrheit man den eigenen Kindern zumuten kann und muss, bestimmen plötzlich das Leben.
Eltern stehen vor dem schmerzhaften Spagat, selbst um ihr Überleben oder ihre Genesung zu kämpfen und gleichzeitig der verlässliche emotionale Anker für ihre Kinder bleiben zu wollen. Fachkräfte wiederum erleben oft große Sprachlosigkeit und Unsicherheit: Wie begleitet man Familien in existenziellen Krisen, ohne in Mitleid zu versinken oder falsche Sicherheiten vorzugaukeln?
Der Vortrag gewährt einen schonungslos ehrlichen, berührenden und zugleich stärkenden Einblick in das Leben mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung mitten im Familienalltag. Er zeigt auf, was betroffene Familien wirklich brauchen, wie altersgerechte Offenheit gelingt und wo professionelle Begleitung zur echten Stütze wird.
- Das Beben im Familiensystem: Wie sich Rollen, Routinen und emotionale Dynamiken nach der Diagnose radikal verändern.
- Mit Kindern über Krebs sprechen: Warum Schweigen mehr Angst macht als die Wahrheit und wie altersgerechte, ehrliche Kommunikation gelingt.
- Zwischen Fürsorge und Selbstbehauptung: Die Herausforderung, kranker Mensch und präsente Mutter bzw. präsenter Vater zugleich zu sein.
- Was Familien wirklich hilft: Konkrete Handlungsimpulse für das Umfeld und Fachkräfte – von entlastender Alltagshilfe bis hin zu echter emotionaler Resonanz ohne Floskeln.
Ziel ist es, Berührungsängste vor existenziellen Themen abzubauen und Fachkräften Orientierung zu geben, wie sie Familien im Ausnahmezustand haltgebend und feinfühlig begleiten können.
Alu Kitzerow
Autorin | Bloggerin | Speakerin | Kolumnistin I Zukunftsforscherin
- Bekannte Familienbloggerin, Buchautorin und reichweitenstarke Stimme zu modernen Elternthemen und Mental Health
- Veröffentlichte mehrere erfolgreiche Sachbücher und Ratgeber rund um Familienleben, Elternsein und gesellschaftliche Tabus
- Schreibt und spricht autobiografisch, fundiert und enttabuisierend über das Leben mit einer schweren Krebserkrankung inmitten des familiären Alltags mit Kindern
- Schwerpunkte: Offene Familienkommunikation in existenziellen Krisen, Resilienz von Kindern bei elterlicher Erkrankung und gelebte Fürsorge im Ausnahmezustand
Anja Gaca & Carolina Fink
Rund jedes dritte Kind in Deutschland kommt per Kaiserschnitt zur Welt. Dennoch ist die Bauchgeburt in der gesellschaftlichen Wahrnehmung und oft auch in der Geburtsvorbereitung mit Vorurteilen, Defizitgefühlen und Stigmatisierungen behaftet: Viele Frauen erleben Enttäuschung, Trauer oder das Gefühl des „Versagens“, wenn die Geburt nicht vaginal verläuft.
Dabei ist auch ein Kaiserschnitt eine echte, vollwertige Geburt – und kann, ob geplant oder ungeplant, selbstbestimmt, bindungsfördernd und heilsam gestaltet werden. Entscheidend ist, wie Frauen und Paare vor, während und nach dem Eingriff informiert und feinfühlig begleitet werden.
Der Vortrag räumt mit Schuldgefühlen und Mythen rund um die Bauchgeburt auf. Fundiert, praxisnah und ermutigend zeigen die beiden Referentinnen, wie Fachkräfte Eltern dabei unterstützen können, eine Bauchgeburt aktiv mitzugestalten, das frühe Bonding im OP zu sichern und das Geburtserlebnis im Wochenbett emotional und körperlich gut zu integrieren.
- Enttabuisierung & Sprache: Warum Worte wie „Bauchgeburt“ Identität stiften und wie Stigmatisierungen abgebaut werden.
- Selbstbestimmung im OP: Konkrete Gestaltungsmöglichkeiten für einen bindungsorientierten Kaiserschnitt (z. B. Bonding im OP, Sectio-Tuch, Mitspracherechte).
- Unerwartete Wendungen: Wie Fachkräfte Frauen begleiten, wenn aus einer geplanten Spontangeburt eine ungeplante Bauchgeburt wird.
- Ganzheitliche Nachsorge: Physische und psychische Narbenheilung, emotionale Verarbeitung und Stärkung der Mutter-Kind-Bindung im Wochenbett.
Ziel ist es, die Bauchgeburt als gleichwertigen, kraftvollen Geburtsweg sichtbar zu machen und Fachkräften Werkzeuge für eine vorurteilsfreie, stärkende Begleitung an die Hand zu geben.
Anja Constance Gaca, geboren 1975, ist Hebamme, Still- und Laktationsberaterin (IBCLC) und studiert aktuell Interprofessionelle Gesundheitsversorgung in Berlin. Neben Artikeln für Fachzeitschriften schreibt die SPIEGEL-Bestseller-Autorin und Mutter von vier Kindern seit über zwölf Jahren Bücher für Eltern.
Carolina Fink, geboren 1993, ist Hebamme und M.Sc. in angewandter Gesundheitsförderung. Sie begleitet Geburten, darunter Kaiserschnitte, als fachliche Leitung im Kreißsaal einer Uniklinik. Sie ist Autorin für das »Hebammenforum«, das Fachmagazin des Deutschen Hebammenverbands.

Carina Thiemann
Gerade in beratenden, helfenden und begleitenden Berufen – wie auch im Familienalltag – ist ein Glaubenssatz tief verwurzelt: Sei nett, empathisch, hilfsbereit und nimm dich bloß nicht zu wichtig. Was gesellschaftlich als Tugend gefeiert wird, entpuppt sich in der Realität oft als toxische Bescheidenheit. Wer gelernt hat, die eigenen Bedürfnisse permanent hintenanzustellen, verliert schleichend den Kontakt zu sich selbst, brennt aus und zahlt mit der eigenen mentalen Gesundheit.
Sobald Frauen und Fachkräfte beginnen, klare Stoppsignale zu setzen, ihren Wert zu kennen, Raum einzunehmen oder fair bezahlt werden zu wollen, folgt der Gegenwind auf dem Fuß: Plötzlich gilt man als fordernd, egoistisch oder schlicht „unverschämt“.
Der Vortrag entlarvt mit bestechender Logik und bedingungslosen Empowerment die Mechanismen hinter weiblicher und helfender Sozialisation. Er zeigt, warum eine Prise gesunde „Unverschämtheit“ lebensnotwendig für echte Selbstbestimmung ist und wie wir den Ausstieg aus der Selbstaufopferungsfalle schaffen – ohne dabei die Empathie für andere zu verlieren.
- Die Falle der toxischen Bescheidenheit: Wie unbewusste Rollenprägungen uns dazu bringen, uns kleiner zu machen, als wir sind.
- Das Stigma der „Unverschämtheit“: Warum klare Grenzen und das Einfordern des eigenen Raums von außen oft abgewertet werden.
- Körper & Haltung: Wie sich Überanpassung somatisch im Nervensystem festsetzt und wie wir echte innere Souveränität verkörpern.
- Mut zur gesunden Abgrenzung: Konkrete Werkzeuge für Alltag und Beruf, um aufrecht für die eigenen Grenzen einzustehen und Schuldgefühle abzulegen.
Ziel ist es, toxische Anpassungsmuster aufzubrechen und Frauen wie Fachkräften den Mut zu geben, sichtbar, klar und unverfroren selbstbestimmt den eigenen Platz einzunehmen.
Carina Thiemann
Gründern I Ausbilderin I Expertin für Cyclebreaking I Sytemische Familientherapeutin I Supervisorin I Businessmentorin
- Systemische Beraterin, Coach und Mentorin für Frauen, Mütter und Fachkräfte in helfenden Kontexten
- Bekannt für warmherzige Nachbeelterung bei gleichzeitiger tabuloser Besprechbarkeit und ermutigende Haltung rund um Selbstständigkeit und Sichtbarkeit, Cyclebreaking in Familie und Business
- Begleitet Menschen dabei, nicht mehr aus einem Ruf nach Liebe zu handeln, sondern aus einem Ausdruck von Liebe
- Schwerpunkte: Transgenerationale Verstrickungen, gesellschaftliche Prägungen, Female Empowerment, Mental Health und Resilienz im Spannungsfeld von Fürsorge und Selbstbehauptung

Claudia Schwarzlmüller
Die Entwicklung von Fühlen und Denken – was wirklich hilft bei Wutanfällen und warum du das Lügen feiern solltest
Ein Kind liegt weinend auf dem Boden, weil die Banane durchgebrochen ist. Ein anderes schaut uns fest in die Augen und behauptet: „Ich war das nicht!“ – obwohl die Beweislage ziemlich eindeutig ist.
Wut und Lügen bringen Eltern – und manchmal auch Fachkräfte – erstaunlich schnell an ihre Grenzen. Wir erklären, diskutieren, setzen Grenzen oder suchen nach der richtigen Konsequenz. Dabei lohnt es sich, vorher eine ganz andere Frage zu stellen: Was passiert hier eigentlich gerade aus Sicht des Kindes?
Der Vortrag nimmt kindliches Verhalten unter die entwicklungspsychologische Lupe und übersetzt es.
- Die Entwicklung des Emotionen und warum Gefühle anfangs auf zwei Personen aufgeteilt sind.
- Begleiten, ohne alles zu erlauben: Wie Erwachsene in emotionalen Stürmen Orientierung geben können, ohne Gefühle wegmachen zu müssen – und was Leiten und Folgen damit zu tun hat.
- Warum wir Kleinkinder oft kognitiv über- und gleichzeitig praktisch unterschätzen
- Hurra, mein Kind lügt?! Warum die erste Lüge möglicherweise eine ganz andere Geschichte erzählt, als Erwachsene zunächst vermuten – und weshalb wir uns diesen Entwicklungsschritt genauer anschauen sollten, bevor wir über Ehrlichkeit und Konsequenzen sprechen.
- Der Kinderdolmetscher-Blick: Warum der Perspektivwechsel oft mehr verändert als der nächste Erziehungstipp.
Ein Vortrag über große Gefühle, erstaunliche Entwicklungsschritte und die Frage, warum Kinder manchmal gerade dann unsere kluge erwachsene Begleitung brauchen, wenn ihr Verhalten uns am wenigsten klug vorkommt.
Was Fachkräfte lernen:
Wie sich Gefühle entwickeln und wir das optimal unterstützen können, wie emotionale Stürme wirksam begleitet werden, was ein Kind eigentlich wann kognitiv kann und was nicht und warum Lügen ein Zeichen von kognitiver Reife sind.
Claudia Schwarzlmüller
Kinderdolmetscherin | Diplom-Psychologin | Bestseller-Autorin
Seit über 25 Jahren beschäftigt sich Claudia Schwarzlmüller mit einer ihrer Lieblingsfragen: Warum machen Kinder eigentlich das, was sie machen? Als Kinderdolmetscherin übersetzt sie kindliches Verhalten aus entwicklungspsychologischer Perspektive. Sie ist Inhaberin der Fortbildungsakademie Hamburg und des Kinderdolmetscher-Clubs, Podcasterin und Referentin.
Sie ist Autorin des SPIEGEL-Bestsellers „Die Kinderdolmetscherin“ und ihr neues Buch erscheint im Mai 2027.
www.kinderdolmetscher.de

Jürgen Grah
Wenn eine Partnerschaft zerbricht, gerät für Kinder die gesamte Welt ins Wanken. Eskalieren elterliche Trennungskonflikte bis vor das Familiengericht, finden sich Kinder oft in einem zerreißenden Spannungsfeld wieder: Sie geraten in massive Loyalitätskonflikte, spüren unbewusste Erwartungen beider Seiten und versuchen nicht selten, die emotionale Last der Erwachsenen mitzutragen.
Zwischen Anwaltsschreiben, Gutachten und elterlichen Kränkungen geht das Wesentliche im Verfahren oft unter: das eigentliche Erleben und die authentischen Bedürfnisse des Kindes.
Der Vortrag gibt einen praxisnahen, bewegenden Einblick in die Arbeit an der Schnittstelle von Familie und Familiengericht. Er zeigt auf, was Kinder in hochstrittigen Trennungen seelisch durchleben, wie zerstörerisch Loyalitätskonflikte wirken und wie Fachkräfte sowie Bezugspersonen Kindern den Raum geben, den sie am dringendsten brauchen – unabhängig davon, was die Erwachsenen gerade voneinander fordern.
- Die kindliche Innenwelt bei Trennung: Was in Kindern vorgeht, wenn Eltern sich bekriegen und das vertraute System zusammenbricht.
- Loyalitätskonflikte erkennen: Wie sich Zerrissenheit äußert, welche Spuren sie hinterlässt und warum Kinder oft verstummen.
- Die Stimme des Kindes: Was es bedeutet, als Verfahrensbeistand Partei für das Kind zu ergreifen und seinen Willen feinfühlig herauszuarbeiten.
- Den Blick auf das Kindeswohl schärfen: Wie Fachkräfte Eltern aus dem Paarkonflikt zurück in die gemeinsame Elternverantwortung begleiten können.
Ziel ist es, das feine Gespür für Kinder in akuten Trennungskrisen zu schärfen und zu lernen, wirklich hinzuhören, damit das Kind nicht zum Spielball elterlicher Auseinandersetzungen wird.
Jürgen Grah
Verfahrensbeistand | Familylab-Familienberater | Elternkursleiter
- Langjährig tätiger Verfahrensbeistand („Anwalt des Kindes“) in familiengerichtlichen Verfahren
- Familylab-Familienberater (nach Jesper Juul) und zertifizierter Kursleiter für „Starke Eltern – Starke Kinder“
- Fundierte Praxiserfahrung als Tagesvater sowie in der direkten Begleitung von Kindern und Familiensystemen
- Verheiratet mit einer Hebamme, Vater erwachsener Zwillinge
- Schwerpunkte: Kindeswohl im familiengerichtlichen Kontext, hochstrittige Trennungen, Begleitung in Loyalitätskonflikten und beziehungsorientierte Familienberatung

Kathy Weber
Wie wir im Alltag mit unseren Kindern sprechen, prägt, wie sie später über sich selbst denken, fühlen und handeln. Unsere Sprache kann zu Selbstbild unserer Kinder werden und die innere Stimme formen, die sie ein Leben lang begleitet.
Besonders in herausfordernden Situationen, bei Konflikten und/oder fehlender Kooperation greifen Eltern und Bezugspersonen oft unbewusst auf alte Muster zurück: Sie belohnen, bestrafen, drohen, manipulieren, bewerten oder vergleichen. Das hinterlässt Spuren im Selbstwertgefühl des Kindes und blockiert ihre intrinsische Kooperation.
Der Vortrag zeigt praxisnah und alltagstauglich, was hinter dem Verhalten von Kindern steckt, welche Haltung es auf Seiten der Bezugspersonen braucht und wie Erwachsene zur stärkenden, liebevollen inneren Stimme ihrer Kinder werden.
- Die Kraft unserer Sprache: Wie Worte das Nervensystem, den Selbstwert und die innere Stimme von Kindern formen – und was unsere Haltung damit zu tun hat.
- Hinter das Verhalten blicken: Warum Kinder mit ihrem Verhalten immer etwas über sich erzählen und niemals „trotzen“ oder ihr Gegenüber ärgern wollen.
- Bedürfniswelt von Kindern (LilaLiebe®): Welche Bedürfnisse hinter dem Verhalten von Kindern stecken und wie diese auf Augenhöhe des Kindes erfüllt werden.
- Verbindung vor Lösung: Wie Eltern und Fachkräfte auch in Konflikten in Verbindung bleiben statt im Machtkampf zu landen.
Kathy Weber
Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation | dreifache Bestseller-Autorin | Podcasterin
- Ausgebildete Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg
- Gründerin der Kathy Weber Herzenssache und Entwicklerin ihres eigenen zertifizierten Erziehungs- und Beratungskonzept LilaLiebe®
- Host des Eltern-Podcasts #1 „Familie Verstehen: Gewaltfreie Kommunikation für Eltern“ sowie dreifache SPIEGEL Bestseller-Autorin von Elternratgebern
- Schwerpunkte: Gewaltfreie Kommunikation im Familienalltag, empathische Konfliktlösung, Bedürfnisorientierung und Transformation generationsübergreifender Erziehungsmuster
Kati Bohnet
Das Leben verläuft selten ohne Erschütterungen. Ob kleine Alltagsbrüche wie Trennungsschmerz in der Kita, medizinische Eingriffe und Unfälle oder große Lebenskrisen: Jede intensive Stresserfahrung hinterlässt Spuren im noch unreifen Nervensystem von Kindern. Entscheidend für ihre seelische Gesundheit ist dabei nicht, ob Krisen auftreten – sondern wie sie in diesen Momenten begleitet werden.
Trauma entsteht oft erst dort, wo Schmerz, Angst oder Ohnmacht allein getragen werden müssen und keine Co-Regulation stattfindet. Doch viele Erwachsene fühlen sich unsicher, wie traumasensible Begleitung konkret aussieht: Wo beginnt ein Trauma? Wie lässt sich das kindliche Nervensystem wirksam beruhigen? Und wie wird aus einer potenziell überwältigenden Situation eine Erfahrung von Selbstwirksamkeit?
Der Vortrag zeigt praxisnah und neurobiologisch fundiert, wie Erwachsene durch gezielte Co-Regulation zum sicheren Anker werden. Er vermittelt alltagstaugliche Werkzeuge, mit denen Fachkräfte und Eltern das Nervensystem von Kindern regulieren und sie von innen heraus krisenfest machen können.
- Trauma und Nervensystem verstehen: Wie Stress, Schock und Ohnmacht im kindlichen Körper wirken und was den Unterschied zwischen Belastung und Trauma ausmacht.
- Die Kraft der Co-Regulation: Warum Kinder sich nicht selbst beruhigen können und wie Erwachsene ihr eigenes Nervensystem als Regler einsetzen.
- Kleine Situationen, große Wirkung: Traumasensible Erste Hilfe bei Stürzen, Schreckmomenten, Arztbesuchen und Trennungen.
- Emotionale Erste Hilfe im Alltag: Konkrete somatische und sprachliche Werkzeuge, die Übererregung abbauen und Sicherheit im Körper verankern.
Ziel ist es, Fachkräften und Eltern ein tiefes Verständnis für somatische Regulationsprozesse zu geben, um Kinder bindungssicher und resilient durch die Stürme des Lebens zu begleiten.
Traumatherapeutin | Somatic Experiencing® Practitioner | Autorin
- Heilpraktikerin für Psychotherapie, Expertin für Somatic Experiencing (SE)® und traumasensible Begleitung von Kindern und Familien
- Gründerin von helperscircle, einer Bildungsplattform für traumasensibles Arbeiten in Familie, Pädagogik und Beratung
- Erfolgreiche Autorin praxisorientierter Fach- und Kinderbücher zu Selbstregulation, Gefühlen und Nervensystemgesundheit
- Schwerpunkte: Traumasensible Begleitung im Alltag, Neurobiologie von Bindung und Stress, somatische Regulation und Ressourcenaktivierung bei Kindern

Maike Meier
Drehen, Sitzen, Krabbeln, Laufen: Die motorische Entwicklung von Säuglingen wird in sozialen Medien und Ratgebern oft wie ein Wettrennen inszeniert. Überall kursieren sogenannte „Entwicklungshacks“, Förderprogramme und Übungen, die suggerieren, man müsse Babys aktiv zum nächsten Schritt verhelfen – andernfalls drohe ein Rückstand. Das erzeugt bei Eltern enormen Druck und schürt Verunsicherung.
Dabei folgt die physiologische Bewegungsentwicklung einer inneren biologischen Reifung, die vor allem eines braucht: Raum, Zeit und freies Ausprobieren statt künstlicher Beschleunigung.
Der Vortrag räumt mit dem Förderwahn auf und führt fundiert in die Grundlagen der kindlichen Motorik ein. Er gibt Fachkräften und Kursleitungen Sicherheit darin, wann Vertrauen in den individuellen Fahrplan angebracht ist – und anhand welcher konkreten Grenzsteine echte Warnsignale verlässlich erkannt werden.
- Physiologie statt Förderdruck: Wie sich Motorik im ersten Lebensjahr natürlich entfaltet und warum Babys keine Beschleunigungs-Tricks brauchen.
- Der Mythos der Meilensteine: Warum individuelle Entwicklungsfenster breit sind und der Vergleich mit anderen Familien nur stresst.
- Grenzsteine verstehen: Welche Meilensteine eine echte Orientierung bieten und wann in Beratung, Praxis oder Babykurs konkreter Abklärungsbedarf besteht.
- Entlastung für Eltern: Wie Fachkräfte Eltern zu mehr Vertrauen in die kindliche Eigeninitiative ermutigen und Entwicklungsdruck abbauen können.
Ziel ist es, den Blick für die gesunde Bewegungsvielfalt zu schärfen, unbegründete Sorgen zu nehmen und Fachkräften klare Kriterien für die Früherkennung an die Hand zu geben.
Maike Meier
Kinderphysiotherapeutin | Elternberaterin | Dozentin
- Nahezu 20 Jahre Erfahrung als Physiotherapeutin mit Spezialisierung auf Säuglinge, Kinder und Jugendliche
- Expertin für alltagsnahe, kindorientierte und vertrauensvolle motorische Begleitung jenseits von Optimierungsdruck
- Dozentin und Referentin für Fachkräfte in der frühkindlichen Bildung, Beratung und Gesundheitsförderung
- Schwerpunkte: Physiologische Bewegungsentwicklung, Grenzsteine der Motorik, Entlastung von Eltern und ressourcenorientierte Beratung im ersten Lebensjahr

Mareike Fell Soulwork
Hebammen und Fachkräfte in der bindungsorientierten Elternberatung begleiten Eltern häufig in hochbelastenden Lebenssituationen: Erschöpfung, Überforderung, Ängste, Schuldgefühle, Krisen und manchmal auch traumatische Erfahrungen. Die professionelle Haltung ist dabei geprägt von Empathie, Resonanz und dem feinfühligen Wahrnehmen des Gegenübers.
Doch genau diese Stärke kann zur Belastung werden.
Wenn Fachkräfte ständig empathisch mitschwingen, emotionale Not auffangen und sich intensiv auf die Erlebniswelt von Eltern und Kindern einlassen, kann die Grenze zwischen professioneller Empathie und persönlicher Übernahme von Belastung zunehmend verschwimmen. Mitgefühl kann erschöpfen, und die wiederholte Konfrontation mit belastenden Geschichten kann das Risiko für sekundäre Traumatisierung erhöhen.
Wie gelingt es also, zugewandt zu bleiben, ohne sich selbst dabei zu verlieren?
Der Vortrag vermittelt praxisnah, wie Fachkräfte ihre eigene psychische Stabilität schützen, professionelle Grenzen bewusst gestalten und ihre Empathie als Ressource erhalten können.
- Psychohygiene: Was brauche ich selbst, um belastende Begegnungen gut zu verarbeiten?
- Professionelle Abgrenzung: Wie kann ich emotional präsent sein, ohne die Verantwortung für das Erleben der Eltern zu übernehmen?
- Mitgefühl und Compassion Fatigue: Wann wird empathisches Mitschwingen zur eigenen Erschöpfung?
- Sekundäre Traumatisierung: Was passiert, wenn fremdes Leid Spuren in mir hinterlässt?
- Resilienz im Beratungsalltag: Welche konkreten Strategien schützen mich langfristig?
- Selbstwahrnehmung: Woran erkenne ich frühzeitig, dass meine eigenen Grenzen erreicht sind?
Ziel ist nicht, weniger empathisch zu werden – sondern empathisch zu bleiben, ohne sich selbst dabei aufzubrauchen.
Mareike Fell Soulwork
systemische Einzel-, Paar- und FamilienTherapeutin
Mediatorin, Supervisorin, Dozentin, Referentin,
eigene Praxis in Hamburg, auch online
Gesellschafterin „Fürstenberg Foundation“
Kostenlose Beratung für psychisch belastete Jugendliche und ihre Eltern
Trainerin / Beraterin am Fürstenberg Institut
Elternberatung, Neurodiversität, Resilienz, Ängste, Stress, Burnout, Depressionen

Marga Bielesch
Viele Frauen, Mütter oder als weiblich gelesene Personen leisten im Alltag scheinbar mühelos Unglaubliches: Sie arbeiten, organisieren Familie und Haushalt, halten Beziehungen zusammen und behalten dabei möglichst alles im Blick. Doch häufig tragen sie dabei mehr Verantwortung, als ihnen selbst bewusst ist.
In diesem Vortrag geht es um die unsichtbaren Ungleichgewichte, die Beziehungen belasten können – trotz Liebe, Verbundenheit und guter Absichten. Wie wirken sich traditionelle Rollenbilder und heteronormative Erwartungen auf den Beziehungsalltag aus? Wer übernimmt die Verantwortung für Planung, Fürsorge und emotionale Nähe? Und wie lassen sich Themen wie Care-Arbeit, Sex, Mental Load, Kommunikation, Vertrauen und Emotional Load fairer gestalten?
Mit fundierter therapeutischer Erfahrung und klaren, alltagstauglichen Impulsen zeigt Marga Bielesch, wie Paare Ungleichgewichte erkennen, offen ansprechen und nachhaltig verändern können. Der Vortrag macht Mut, eingefahrene Muster zu hinterfragen und eine Beziehung zu gestalten, die sich wieder leichter, beziehungsstärker und wirklich gleichberechtigt anfühlt.
- Unsichtbare Verantwortung und den Emotional Load
- traditionelle Rollenbilder in modernen Beziehungen
- Vertrauen, Grenzen und gemeinsame Verantwortung
- konkrete Impulse für mehr Gleichberechtigung im Alltag
Marga Bielesch
Systemische Beraterin | Paar- und Familientherapeutin | Referentin
Marga Bielesch arbeitet systemisch und emotionsfokussiert als Paar- und Familientherapeutin, Referentin und Autorin. Sie begleitet Paare, Eltern und Familien mit den Schwerpunkten Beziehungsgestaltung,Trauer, Mental Load, Rollenverteilung und bindungsorientierte Elternschaft. Als Inhaberin der Praxis SPRECHZEIT in Weimar mit mehreren Mitarbeiterinnen sowie des THEKLA Instituts bietet sie Beratung, Therapie sowie bindungsorientierte Aus- und Weiterbildungen für Fachkräfte an.
Natalia Lamotte
Kreißsaal, Wochenbett und die ersten Jahre mit Kind gehören zu den reizintensivsten Phasen eines Lebens. Licht, Geräusche, Berührungen, Schlafmangel und ständige Unterbrechungen treffen auf ein Versorgungssystem, das stillschweigend von einem neurotypischen Nervensystem ausgeht. Erste Registerstudien zeigen, was das bedeuten kann. Mütter mit ADHS erkranken nach der Geburt um ein Vielfaches häufiger an Depressionen und Angststörungen und auch autistische Mütter sind deutlich stärker belastet. Gleichzeitig bleibt ADHS gerade in der Muttertät oft unerkannt. In den ersten beiden Jahren nach der Geburt werden sogar weniger Diagnosen gestellt als vor der Schwangerschaft, der Anstieg folgt erst danach, wenn die Kinder ins Kita-Alter kommen und der Familienalltag die eigenen Kompensationsstrategien übersteigt.
Der Vortrag verbindet den Blick auf Neurodiversität mit dem Konzept der Muttertät, also der tiefgreifenden Identitätsentwicklung beim Elternwerden. Er zeigt, wo neurodivergente Mütter und Kinder im Alltag anecken, warum Anpassung dabei so viel Kraft kostet und wie Fachkräfte und Familien Rahmenbedingungen schaffen, die entlasten statt zu überfordern.
- Neurodiversität verstehen. Was der Begriff meint, was gut belegt ist und wo selbst die Fachwelt noch streitet.
- Geburt als sensorische Ausnahmesituation. Wie Vorhersehbarkeit, klare Kommunikation und echte Einwilligung neurodivergenten Gebärenden Sicherheit geben.
- Psychische Gesundheit nach der Geburt. Warum neurodivergente Mütter ein deutlich erhöhtes Risiko für postpartale Depression und Angst haben und wie Begleitung früh entlasten kann.
- Späte Diagnose nach der Muttertät. Warum viele Frauen erst Jahre nach der Geburt erfahren, dass sie neurodivergent sind, wie Masking in der Mutterrolle das verschleiert und was die Diagnose für das eigene Selbstbild verändert.
Natalia Lamotte
Doula | Autorin | Referentin
- Doula, vierfache Mutter und Mitgründerin von Schwesterherzen Doulas in München, gemeinsam mit ihrer Schwester Sarah. Sie begleitet Familien in Schwangerschaft und während der Geburt.
- Autorin von „Chaos, Kinder und Konfetti. Was neurodivergente Mütter entlastet, stärkt und ihnen neues Selbstbewusstsein schenkt“ (Kösel 2025) über ADHS, Autismus und AuDHS bei Müttern. Darin verbindet sie Fachwissen mit ihrer eigenen Erfahrung als Mutter mit spät diagnostizierter ADHS.
- Hat 2021 gemeinsam mit Sarah den Begriff „Muttertät“ als deutsche Entsprechung von Matrescence geprägt und macht ihn seitdem bekannt.
- Referentin für Muttertät in der Doula-Ausbildung der doula plus Akademie

Priv.-Doz. Dr. med. Petra Algenstaedt
Hormone steuern maßgeblich, wie wir fühlen, denken, schlafen und die Welt wahrnehmen. Kaum etwas greift so tief in die weibliche Identität und das seelische Erleben ein wie die massiven biochemischen Umbrüche im Leben einer Frau.
Ob der radikale freie Fall von Östrogen und Progesteron binnen Stunden nach der Plazentalösung oder das unberechenbare Auf und Ab in der Perimenopause: Wenn Botenstoffe abstürzen oder schwanken, gerät das gesamte Nervensystem aus dem Takt. Brain Fog, Erschöpfung, depressive Verstimmungen und emotionale Achterbahnen sind keine Charakterschwäche und selten reine Überlastung – sie sind biochemische Realität.
Der Vortrag wirft einen faszinierenden Blick unter die Oberfläche: Was machen Hormone tatsächlich aus uns? Warum wirken Wochenbett und Perimenopause oft wie emotionale Zwillinge? Und wie gelingt es, Frauen in diesen hormonellen Ausnahmezuständen fundiert zu verstehen und biochemische Resilienz aufzubauen?
- Der postpartale Hormoncrash: Was nach der Plazentalösung im Körper passiert und warum der plötzliche Abfall von Östrogen und Progesteron Psyche und Nervensystem so stark herausfordert.
- Das Chamäleon Perimenopause: Warum hormonelle Schwankungen oft jahrelang vor dem Ausbleiben der Periode beginnen und das Erleben durcheinanderbringen.
- Hormonelle Resilienz: Wie das Hormonsystem in sensiblen Übergangsphasen gezielt stabilisiert werden kann.
- Schnittstelle Körper & Psyche: Das Zusammenspiel von Sexualhormonen, Schilddrüse, Stressachsen (Cortisol) und Neurotransmittern.
Ziel ist es, ein tiefes medizinisches Verständnis für hormonelle Wendepunkte zu schaffen, Symptome ganzheitlich einzuordnen und Frauen in jeder Lebensphase kompetent zu stärken.
Priv.-Doz. Dr. med. Petra Algenstaedt
Fachärztin für Innere Medizin | Endokrinologie und Diabetologie | Dozentin
- Fachärztin für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Endokrinologie und Diabetologie
- Langjährige universitäre Klinik- und Forschungstätigkeit am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
- Eigene Praxis für Endokrinologie in Hamburg mit Fokus auf hormonelle Dysbalancen, Stoffwechselgesundheit und Frauengesundheit
- Dozentin, wissenschaftliche Referentin und Autorin zahlreicher Fachpublikationen zu hormonellen Regulationsprozessen im Lebensverlauf

Taleo Stüwe
Geburtshilfe und Elternberatung sind historisch gewachsen stark heteronormativ und zweigeschlechtlich geprägt. Für queere, trans*, inter* und nicht-binäre Menschen sowie Regenbogenfamilien bedeutet das im Versorgungsalltag oft: Erklärungsdruck, unsensible Sprache, institutionelle Hürden oder offene Diskriminierung – und das in einer ohnehin hochvulnerablen Lebensphase rund um Familiengründung und Wochenbett.
Fachkräfte stehen dabei häufig vor der Unsicherheit, wie eine diskriminierungskritische Begleitung konkret aussehen kann, ohne in Fettnäpfchen zu treten oder bestehende Routinen komplett zu überfordern.
Der Vortrag vermittelt praxisnah und fundiert, wie queersensible und intersektionale Haltung im Betreuungsalltag gelingt. Er zeigt auf, wie Fachkräfte sprachliche und strukturelle Barrieren abbauen, unterschiedliche Familienkonstellationen sicher begleiten und einen geschützten Raum für alle werdenden Eltern schaffen können.
- Lebensrealitäten sichtbar machen: Queere Familienkonstellationen, Co-Elternschaften und Bedarfe von trans*, inter* und nicht-binären Gebärenden.
- Sprach- und Handlungssicherheit: Diskriminierungssensible Sprache und Dokumentation ohne Berührungsängste.
- Intersektionalität in der Praxis: Wie Geschlecht, Herkunft, Be_hinderung und soziale Lage im Versorgungskontext zusammenwirken.
- Schutzräume schaffen: Konkrete Ansätze für Beratung, Kreißsaal und Wochenbettbegleitung jenseits heteronormativer Standards.
Ziel ist es, Handlungssicherheit zu gewinnen, eigene Vorannahmen wohlwollend zu reflektieren und Familien in ihrer ganzen Vielfalt stärkend zu begleiten.
Taleo Stüwe
Arzt | Medizinischer Fachreferent | Trainer für queersensible Geburtshilfe
- Arzt und medizinischer Referent beim pro familia Bundesverband
- Wissenschaftliche Forschung und Promotion zu Beratungsprozessen in der Schwangerschaft an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
- Mitglied des Fortbildungskollektivs Queer*sensible Geburtshilfe sowie im Beirat von Doctors for Choice Germany
- Schwerpunkte und Referententätigkeit: Queersensible Gesundheitsversorgung, Reproduktive Gerechtigkeit, Regenbogenfamilien und Geschlechtervielfalt in Gynäkologie und Geburtshilfe
Tatje Bartig-Prang
Die Zeit nach der Geburt wird gesellschaftlich noch immer als die glücklichste Zeit im Leben verklärt. Doch für viele frischgebackene Mütter und Eltern bricht im Wochenbett kein Rosarot an, sondern eine tiefe seelische Krise: Lähmende Erschöpfung, Versagensängste, Zwangsgedanken, emotionale Taubheit oder Panikattacken bestimmen plötzlich den Alltag.
Aus Scham, den idealisierten Erwartungen nicht zu entsprechen, und aus Angst, als „schlechte Mutter“ verurteilt zu werden, verschweigen Betroffene ihre Not oft viel zu lange. Dabei sind postpartale Depressionen, Angststörungen und peripartale Psychosen keine Seltenheit, sondern ernstzunehmende, behandlungsbedürftige Erkrankungen, die das gesamte Familiensystem erschüttern.
Der Vortrag bricht tabulos mit den Mythen rund um das Wochenbett. Fundiert, einfühlsam und praxisnah zeigt er auf, wie Fachkräfte frühe Warnsignale erkennen, Betroffene entstigmatisierend ansprechen und verlässliche Hilfenetzen etablieren.
- Baby Blues vs. psychische Erkrankung: Klare Differenzierung zwischen vorübergehender Heultage-Verstimmung, postpartaler Depression, Angststörungen und Psychosen.
- Das Schweigen brechen: Warum Schuld- und Schamgefühle die größte Hürde sind und wie Fachkräfte eine Atmosphäre schaffen, in der Betroffene sich öffnen dürfen.
- Warnsignale im Fokus: Unruhe, Zwangsgedanken, Bindungsprobleme und Überforderung frühzeitig wahrnehmen und richtig einordnen.
- Netzwerke und Entlastung: Konkrete Handlungs- und Überweisungswege für Hebammen, Ärzt:innen und beratende Fachkräfte im Krisenfall.
Ziel ist es, Sprachlosigkeit zu überwinden, das Wochenbett zu entromantisieren und Fachkräfte handlungssicher zu machen, damit keine Familie in dieser vulnerablen Phase allein bleibt.
Tatje Bartig-Prang
Kulturwissenschaftlerin | Bestseller-Autorin | Referentin
- Kulturwissenschaftlerin, SPIEGEL-Bestsellerautorin und reichweitenstarke Stimme zu modernen, ungeschönten Familienthemen
- Bekannt für ihre klaren, fundierten und humorvollen Sachbücher rund um Schwangerschaft, Wochenbett, kindliche Sexualität und Elternsein
- Langjährige Referentin und Fortbildnerin für pädagogische, medizinische und beratende Fachkräfte
- Schwerpunkte: Enttabuisierung psychischer Belastungen im Wochenbett, postpartale Gesundheit, bindungs- und bedürfnisorientierte Familienbegleitung auf Augenhöhe
Thomas Harms
Bindung ist mehr als ein psychologisches Konzept oder eine bewusste Entscheidung – sie geschieht zuallererst im und durch den Körper. Doch was geschieht, wenn die elterliche Öffnungs- und Bindungsbereitschaft durch eigene frühe Verletzungen aus Schwangerschaft, Geburt und erster Lebenszeit beeinträchtigt wurde?
Der Psychologe und Körperpsychotherapeut Thomas Harms zeigt in seinem Vortrag, wie solche frühen Wunden im Zusammensein mit Babys und Kleinkindern unbewusst reaktiviert und wieder lebendig werden können. Gerade in herausfordernden Situationen – etwa in Phasen untröstlichen Schreiens, heftiger Wut oder großer kindlicher Unruhe – können Eltern unvermittelt mit Gefühlen von Hilflosigkeit, Ohnmacht und Überforderung in Berührung kommen, die weit über die aktuelle Situation hinausreichen.
Um den Kontakt mit diesen eigenen Verletzungsgefühlen zu vermeiden, fällt es betroffenen Eltern häufig schwer, die starken Emotionen ihrer Kinder auszuhalten und sicher zu begleiten. Gleichzeitig entwickeln sie hohe, mitunter perfektionistische Erwartungen an die eigene Elternschaft: Dem Kind soll es möglichst immer gut gehen, Belastungen und Unglücklichsein sollen verhindert werden. Daraus kann ein schwächender Kreislauf entstehen, in dem eine zunehmende Kindzentrierung und die fortwährende Suche nach Lösungen im Außen zu einem Verlust der eigenen Grenzen führen. Was als Wunsch nach besonderer Nähe und Verbundenheit beginnt, kann so in Entgrenzung, symbiotische Verstrickung und schließlich in eine zunehmende Entfremdung von sich selbst und vom Kind münden.
Thomas Harms zeigt, wie er Eltern im Rahmen seines Ansatzes der Emotionellen Ersten Hilfe (EEH) darin unterstützt, wieder eine stabile Verbindung zu sich selbst und ihrem Körper aufzubauen. Diese Rückkehr zur Selbstanbindung stärkt einerseits die emotionale Öffnungs- und Kontaktbereitschaft der Eltern. Andererseits entsteht ein innerer Halt, der es ihnen ermöglicht, die eigenen Grenzen wieder deutlicher wahrzunehmen und nach außen zu vertreten.
Auf dieser Grundlage können symbiotische Verstrickungen mit dem Kind schrittweise gelöst werden. Eltern lernen, zwischen den eigenen Verletzungsgefühlen und den Gefühlen ihres Kindes zu unterscheiden – und gerade dadurch wieder offener und präsenter mit ihm in Beziehung zu treten.
So entsteht eine Form von Elternschaft, in der Nähe und Abgrenzung, Bindung und Autonomie keine Gegensätze mehr sind. Eltern können ihrem Kind verbunden bleiben, ohne sich selbst zu verlieren – und ihm mit mehr Klarheit, innerem Halt und Selbstwirksamkeit begegnen.
- Die somatische Basis von Bindung & Schutz: Wie sich frühe Verletzungen aus Schwangerschaft und Geburt im Körper verankern und den Aufbau einer sicheren Bindungserfahrung beeinträchtigen können.
- Symbiose statt Resonanz: Wie Angst vor starken Kindergefühlen und perfektionistische Ansprüche zu Grenzverlust und Überlastung führen.
- Das Modell der Selbstanbindung (EEH): Konkrete körperorientierte Werkzeuge, um im eigenen Körper zentriert zu bleiben und gesunde Grenzen zu spüren.
- Vom Funktionieren zur Selbstwirksamkeit: Wie Eltern durch somatische Achtsamkeit Mut fassen, Konflikte auszuhalten und echte Beziehungspräsenz statt Perfektionismus zu leben.
Ziel ist es, den Körper als zentralen Schlüssel zur Heilung früher Entwicklungsverletzungen verständlich zu machen und Fachkräften praktische Methoden an die Hand zu geben, um Eltern aus Verstrickungen zurück in ihre eigene Kraft zu begleiten.
Thomas Harms
Diplom-Psychologe | Körperpsychotherapeut | Autor
- Diplom-Psychologe und Körperpsychotherapeut mit internationaler Lehr- und Vortragstätigkeit
- Begründer der Emotionalen Ersten Hilfe (EEH), einem heute weit verbreiteten körperorientierten Verfahren zur Krisenintervention und Bindungsförderung bei Säuglingen, Kleinkindern und Eltern
- Leiter des Zentrums für Primäre Prävention und Körperpsychotherapie (ZePP) in Bremen
- Autor maßgeblicher Fachbücher rund um frühe Bindungskrisen, Schrei- und Schlafprobleme sowie körperbasierte Eltern-Kind-Therapie
- Schwerpunkte: Körperorientierte Bindungspsychologie, vegetative Selbstregulation, Selbstanbindung und Grenzkompetenz, Prävention und Bewältigung früher Entwicklungstraumata